Die Braunschweigische Stiftung unterstützt xweiss in den Jahren 2022–2026 mit dem Programm ›Immersion in die Region‹ dabei, ihre Arbeiten auch verstärkt im Braunschweiger Land zu zeigen.
Zeitgenössisches Freies Theater soll nicht nur in großen Städten zu erleben sein, sondern direkt vor der Haustür vieler Menschen im regional ländlicheren Bereich, in kleineren Orten. Das Künstlerkollektiv xweiss beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Entwicklung besonderer Theatererlebnisse, im Speziellen mit einem Fokus auf den Audiobereich. Die Besucher:innen ihrer Arbeiten tragen oftmals Kopfhörer und werden auf der akustischen Ebene mitgenommen ›in eine andere Welt‹, die sich dann zu der sie real umgebenden Welt in Beziehung setzt. Beispiele dafür sind die Reihe ›Der Prozess I–III‹, ›Fritz Bauer Ultras‹, ›Die Suche, die ich fand‹ u.a.
Die Arbeiten von xweiss sind meist nur für wenige Besucher:innen gleichzeitig. Diese nutzen aber oft die Möglichkeit, anschließend noch zu verweilen und mit den anderen über das eindrücklich Erlebte zu sprechen. So entsteht die Anregung zum aktiven Dialog. Wird eine Theaterproduktion als immersiv bezeichnet, so bedeutet das, die Besucher:innen ›tauchen in die Arbeit ein‹, sie erleben sie mit allen Sinnen.
Vom 11. September bis 12. Oktober 2025 war die Produktion ›Der Prozess III – Honecker‹ in der Klosterkirche St. Marienberg in Helmstedt zu erleben. In diesem interaktiven Hörstück folgten die Besucher:innen den Spuren des ehemaligen Staatsoberhaupts der DDR und erlebten ein aufwühlendes Stück, in welchem das Regieduo krügerXweiss Erich Honecker sprechen und ihn zum Protagonisten seiner eigenen Geschichte werden ließen.
Eine andere mobile Produktion verbirgt sich in einem 12 Meter langen Überseecontainer. Knallrot, monströs und unübersehbar, landet diese Zeitkapsel mitten im Stadtraum. In ihrem Innern ein Wohnzimmer der 60er Jahre. In der Arbeit ›Der Prozess II – RAF‹ erleben die Besucher:innen den Strafprozess gegen die RAF-Mitglieder Baader, Meinhof, Ensslin und Raspe in Stuttgart Stammheim. Eines der meistdiskutierten Gerichtsverfahren der Bundesrepublik. Über Kopfhörer betreten die Besucher:innen den Gerichtssaal und begegnen den Protagonist:innen. Sie kommen körperlich nah, ohne dass sie wirklich anwesend sind. Bereits vom 26. Mai bis 26. Juni 2022 war diese Arbeit unter anderem in Wolfenbüttel zu Gast und in 70 Vorstellungen zu erleben.
Bis Ende 2025 haben über 700 Vorstellungen im Rahmen von ›Immersion in die Region‹ stattgefunden und weitere werden folgen.